Wie ein Pferd im Kuhstall
Heute war es mal wieder so weit. Wie fast jede Woche.
Ich sprach mit einem Mexikaner.
In Mexiko ist das an sich nichts außergewöhnliches, außer dass ich zwecks einer Rechnung meinen Namen nennen musste. Da ging das leidige, immer wiederkehrende Spielchen wieder von vorne los:
Er: “Woher kommt der Name?”
Ich: “Aus Deutschland”
Er: “Wie lange sind Sie schon hier?”
Ich: “Über 38 Jahre” (Am liebsten hätte ich ihm gesagt, dass ich schon vor ihm in Mexiko war, und länger als er hier lebe.)
Er: “Ahhh, deswegen sprechen Sie akzentfrei Spanisch”
Ich: “Danke schön” (… Sie sprechen Spanisch aber auch ohne Akzent. Glückwunsch! … beinahe hätte ich das auch gesagt.)
Es hat einfach nichts gebracht in Mexiko geboren und aufgewachsen zu sein, in Mexiko zur Schule gegangen zu sein, mexikanische Freunde gehabt zu haben… ja sogar in Mexiko den größten Teil meines Lebens verbracht zu haben.
Ich habe keinen mexikanischen Namen und ich sehe auch nicht mexikanisch aus, deshalb bleibe ich hier immer Ausländer.
Es sind die Mexikaner welche mich jede Woche daran erinnern, dass ich Deutscher bin, und deshalb nicht zu ihnen gehöre.
Na gut, dann bin ich eben Deutscher… mit Leib und Seele. Wenn schon… denn schon. ;-)
Ich bin Deutscher, und das ist gut so.
;-)
Auch wenn ein Pferd im Kuhstall geboren wird, es bleibt sein Leben lang ein Pferd.
P.S.:
Das schlimmste ist ja, das ich auf Spanisch besser schreiben kann als auf Deutsch.
;-)
P.S.S.:
Ich denke den “Ausländern” welche in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, geht es genauso.
Sollten diese “Ausländer” sich für Deutschland als ihre Heimat entscheiden und einen deutschen Pass besitzen, dann behandle sie bitte auch wie Deutsche. Erinnere sie nicht ständig daran, dass sie doch eigentlich “Pferde” sein müssten.



