Mehr als 1 Mio. Tote im Irak dank US-Invasion?

michael | USA | 2008-10-05 |

Folgende Quelle behauptet dass der US-Invasion im Irak bisher über 1 Mio. Leben zum Opfer gefallen sind:

http://www.projectcensored.org/top-stories/articles/1-over-one-million-iraqi-deaths-caused-by-us-occupation/

Neulich hörte ich von 500 000 Opfern.

Auf jeden Fall sind es mehr als Hussein in 20 Jahren umgebracht hat.

Keine gute Bilanz der “Amerikanisierung” Iraks, odr?

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3 Kommentare »

  1. Lieber Michael,
    obwohl die Amis nicht gerade meine Freunde sind, kann ich Deinen Ausführungen nicht ganz folgen.
    Schon allein die Überschrift: Mehr als 1Mio Tote im Irak dank der US Invasion , gibt mir zu denken.
    Wäre es Dir lieber, wenn dieser Massenmörder immer noch sein Unwesen treiben könnte???
    Zu den Fakten:
    1. Es war keine US Invasion, sondern eine internationale Koalition wie 1990-1991,
    unter dem Oberbefehl der USA. Das sollte man nicht vergessen.
    Über die Gründe brauchen wir nicht zu streiten.
    2. Nach einer Statistik der Gesellschaft für bedrohte Völker aus dem Jahr 2005
    http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=325&stayInsideTree=1
    sind unter Saddam Hussein von 1968-2003 allein bis zu 1 Mio. Iraker ermordet worden!!!
    Wohl bemerkt, hier handelt es sich um eigene Landsleute die unter Hussein umgebracht wurden und nicht um Tote infolge kriegerischer Auseinandersetzungen.
    Man sollte die Amis auch nicht dafür verantwortlich machen, dass die alten Hussein Gefolgschaften immer noch Mord und Terror im Irak verbreiten.
    Die Amis haben meiner Meinung einen großen Fehler gemacht. Sie hätten 1991 bis Bagdad
    marschieren, und Saddam das Handwerk legen sollen. Dies hätte uns viel Leid und Kosten gespart.

    Kommentar von Rudolf Streitbörger — 2008-10-07 @ 13:10

  2. Zu1: Nun ja, selbst die Amis haben ja selber mittlerweile eingesehen, daß das ganze ein Schuß in den Ofen war. Und die Koalition wurde unter Vorspiegelung falscher Tatsachen ins Leben gerufen, und ohne Zweifel auch mit erheblichem politischem Druck hinter den Kulissen…

    “…dass die alten Hussein Gefolgschaften immer noch Mord und Terror im Irak verbreiten.”
    Ich bezweifle, dasß das die alten Gefolgsleute sind. Ich denke eher, es ist eine Mischung aus Terroristen (deren größter Feind die westliche Welt ist), muslimischen Fanatikern (für die sowieso alle andersgläubigen Frevler sind) und gewöhnlichen Verbrechern (die, unbehelligt von der Staatsmacht, dunkle Geschäfte machen), die sich alle zusammen in den “rechtsfreien” Raum im Irak gestürzt haben und nun mit gleichen Mitteln, aber unterschiedlichen Zielen darum kämpfen, daß sie ihre Territorien und ihren Einfluß behalten.
    Wenn es darum geht, korrupte und autoritäre Regime zu stürzen, müsste man ja in so ziemlich jedem Land im Nahen Osten einmarschieren. Auch die Saudis z.B. sind von Demokratie schon immer so weit entfernt wie vom Mond…aber da wird dann hartnäckig weggesehen. ;-)

    Kommentar von Hollito — 2008-10-09 @ 02:26

  3. Meines Erachtens war die Invasion der Allianz der Willigen nicht zu vermeiden.
    1.Die Weichen für den 3. Golfkrieg wurden 1991 gestellt. Anstatt ein Waffenstillstandsabkommen zu unterzeichnen hätte man mit dem Ziel nach Bagdad marschieren müssen, das Regime zu beseitigen und vor ein Gericht zu stellen. Dies hat man versäumt (auch auf Grund fehlenden Mandats der UN). Das Ergebnis ist uns allen bekannt. Saddam hat seine Macht wieder aufgebaut und sogar weiter gefestigt. Er hat immer wieder ausgetestet wie weit er gehen kann. Die vom UN Sicherheitsrat verhängten Resolutionen hat er laufend missachtet. Die UN Resolution 1441 vom 08.11.2002 (einstimmig beschlossen) forderte den Irak letztmalig auf, sämtliche Resolutionen bedingungslos zu akzeptieren. Ergebnis ist bekannt. Es war also nur eine Frage der Zeit, wie lange er seine Spielchen treiben kann und die UN zuschaut. März/April 2003 war es dann soweit. Anmerkung: Bei Beginn 3. Golfkrieges waren über 50 Staaten auf Seiten der Koalition aktiv beteiligt!!!. Dass die Invasion ein Schuss in den Ofen war, wird die Zukunft zeigen. Der größte Fehler wäre jetzt, sich aus dem Irak zurückzuziehen. Dies hätte verheerende Folgen nicht nur für den Nahen Osten.
    2. Iraks sunnitischer Vizepräsident Tariq al-Hashimi hat sich 2007 in London wie folgt zum Terror im Irak geäußert.
    Zitat: Die Zeiten seien „hart“, und die tägliche ethnisch-religiöse Gewalt, wo Iraker einander umbrächten, „eine Tragödie“. Zitatende:
    Dem könnte man, so Hashimi mit einem wenig verhüllten Seitenhieb auf die Regierung des schiitischen Premierministers Nouri al-Maliki, nur Herr werden, wenn man die Extremisten auf beiden Seiten gleichermaßen bekämpfe – bei den Sunniten, die bislang das Rückgrat der „Aufstandsbewegung“ wie terroristischer Gruppen bilden, wie bei den Schiiten, deren Milizen gelegentliche Angriffe auf westliche Truppen, anti-sunnitische Rachefeldzüge und vor allem in Bagdad ethnische Säuberungen durchführen.
    Dass natürlich auch von Syrien und vor allen Dingen vom Iran unterstützte Terroristen ihr Unwesen treiben ist nicht auszuschließen, sondern sogar sehr wahrscheinlich.
    3. Im Irak ging es nicht darum ein korruptes/totalitäres Regime zu stürzen. Hier ging es darum, dass der Irak, Kuwait am 02.08.1990 überfiel und am 08.08.1990 annektierte. Nachdem Saddam mit dem UN Weltsicherheitsrat Katz und Maus gespielt hat, war am 15.01.1991 dann endlich Schluss mit Lustig. Die Koalition befreite Kuwait und dem Irak wurden UN Resolutionen auferlegt, die er alle missachtete. Dies führte dann folgerichtig zum 3. Golfkrieg.
    Dass im Nahen Osten die Demokratie westlicher Prägung nicht weit verbreitet ist, ist mir klar. Ich denke auch nicht, dass dies notwendig ist.
    Jedoch die saudischen Scheichs z.B. mit Saddam Hussein auf eine Stufe zu stellen, halte ich für gewagt.
    Natürlich gibt es dort Menschrechtsverletzungen(die gibt es übrigens in Deutschland auch) Ich persönlich vergleiche Saddam eher mit Hitler, Idi Amin und „König“ Bokassa um nur einige zu nennen. Auch in diesen Fällen hat die Welt m.E. zu lange tatenlos zugeschaut.

    Kommentar von Rudolf Streitbörger — 2008-10-09 @ 21:57

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